Turner mit Leib und Seele - zum Tode von Emil Hirschbiel
Freitag, den 01. Oktober 2010 um 11:07 Uhr
Eigentlich wollte Emil Hirschbiel am vergangenen Wochenende die Einweihungsfeier des modernisierten Turnerjugendheimes des Pfälzer Turnerbundes in Annweiler besuchen. Leider konnte er sich diesen Wunsch nicht mehr erfüllen. Er starb 90-jährig Anfang September an einem langjährigen Herzleiden. Vor einiger Zeit schilderte er dem Chronisten seine besondere Beziehung zu diesem Heim: "Pfingstsonntag 1928 ist mir noch voll in Erinnerung. Dieser Tag war vielleicht der Anlass, dass ich Turner geblieben bin." Zu dieser Zeit war er 8 Jahre alt und turnte im Turnverein seines Heimatortes Mutterstadt. Mit seinem Vater durfte er zur Einweihung des Turnerjugendheimes nach Annweiler reisen.
In der Tat ließ ihn die Turnerei zeitlebens nicht mehr los. Wie seine gleichaltrige Frau Lydia, die in den 1920er Jahren das Turnen bei der Turngemeinde Limburgerhof erlernte, besuchte er bis vor wenigen Jahren die Turnstunden des Vereins.
Zahlreiche Ehrenämter übte er seit den 1950er Jahren sowohl bei der TG 04 als auch im Turngau aus. Die Jugendarbeit lag ihm besonders am Herzen. So fungierte er zunächst als Kinderturnwart im Verein und später auch als Gaujugendwart im Rhein-Limburg-Turngau. Im Jahr 1964 übernahm er die Turnerische Gesamtleitung und damit die Verantwortung für den gesamten Sportbetrieb des Vereins. Zeitweise war er auch 2. Vorsitzender des Vereins und Vorsitzender des Ehrungsausschusses. Mit großem Engagement konnte Emil Hirschbiel als Festturnwart zahlreiche Vereinsmitglieder zur Teilnahme an diversen Turnfesten, wie z.B. Gauturnfeste und Deutsche Turnfeste, animieren.
Für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Neben der Ehrenmitgliedschaft wurde er von der TG 04 mit dem Ehrenteller, der höchsten Auszeichnung des Vereins, bedacht. Ehrungen wurden ihm auch vom Turngau, dem Deutschen Turnerbund sowie dem Sportbund verliehen. Für den Chronisten war Emil Hirschbiel stets ein angenehmer und kompetenter Gesprächspartner. So unterstützte ihn Emil Hirschbiel beim Verfassen der Chronik „100 Jahre Turngemeinde 1904 Limburgerhof e.V.“, die der Verein im Jubiläumsjahr 2004 herausgab, mit wertvollen Hinweisen und Informationen. Bis zuletzt nahm Emil Hirschbiel regen Anteil am Vereinsleben.
Alle, die ihn kannten, trauern mit seiner Frau Lydia und den Familienangehörigen. In Erinnerung bleibt ein liebenswerter, netter Mensch, der mit Leib und Seele Turner war.
(Amtsblatt 30.09.2010)



